Hüllen
Sie begegnen uns in vielfältiger Form im Alltag. Charakteristisch ist, dass Sie zwei Seiten haben. Einmal die äußerlich sichtbare. Das ist die Seite, die uns zunächst die bekanntere ist. Wir kennen Samenhüllen, Zwiebelhäute. Hier ist das wichtigste Prinzip der Schutz. Auch Kleidung schützt vor Kälte, Regen und Licht. Doch hier wird es schon spannend, da wir diese nach eigenen Wünschen gestalten und Innerlichkeit sichtbar wird.
Die innere Seite einer Hülle sollte uns näher sein. Sie bewahrt den Abdruck dessen, was sie enthalten hat. Darin wohnen wir. Zuletzt brechen wir die Hülle auf und die uns umgebende Haut wird zur Hülle, die wir auch verlassen können. Trotzdem bleibt die Neugier - Was hat darin gewohnt?

Haut einer Zwiebel
Die äußere Hülle glänzt und fällt ab. Die nächste Schicht wächst nach.

Hülsenfrüchte
Sie schützen den kostbaren Samen. Wenn dieser reif ist, erzählt die Hülle von der Zeit, in der sie ihn gehütet hat.

Wolle
Sie umhüllt das Tier. Wir nutzen sie um unsere Hüllen zu gestalten und manchmal kann man den Ursprung noch riechen.
„Die Idee, des Übergangs von einer Hülle zur nächsten, wie die Zwiebel fasziniert mich. Ich wachse und meine Hüllen passen sich an. Ich glaube auch, dass diese Hüllen mich schützen und jede abgelegte Hülle von mir erzählt. Im Konkreten suche ich mir immer wieder aufs neue Hüllen, die mir passen.
Silke Holstein 15. Mai 2026